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Der neuartige pharmakologische Ansatz
Konventionelle antivirale Medikamente richten sich, von unspezifischen Immunstimulanzien abgesehen, ausnahmslos gegen virale Targets, also gegen Proteine der Erreger. Schnell mutierende Viren, wie die oben genannten RNA-Viren, entwickeln jedoch häufig und zügig Resistenzen gegen solche Medikamente. Die Folge ist ein immer größer werdender Bedarf an neuen wirksamen Medikamenten, den die pharmazeutische Industrie selbst mit „Nachfolger“-Wirkstoffen gegen diese viralen Targets nicht decken kann. Das Risiko multipler Resistenzen steigt mit jedem neuen Medikament.
   
ViroLogiks innovativer Ansatz hingegen begründet ein neuartiges Wirkprinzip: Viren sind in ihrem Vermehrungszyklus auf Strukturen und Prozesse ihrer Wirtszelle angewiesen. Durch eine pharmakologische Hemmung dieser zellulären Zielstrukturen kann die Replikation der Viren unterbunden werden. Gegen eine solche Hemmung können die Viren nicht resistent werden, denn eine „Umprogrammierung“ des Virus zur Nutzung anderer zellulärer Strukturen wäre ein komplexes Ergebnis langwieriger Evolution. Beispielsweise ist die Evolutionsrate von HIV millionenfach höher im Vergleich zu dem menschlichen Genom.
   
Das primäre pharmakologische Target, das 26S-Proteasom, ist bereits durch zur Vermarktung zugelassene Medikamente validiert. Eine Senkung von Virustitern durch Proteasominhibitoren wurde bereits in Tiermodell-, ex vivo Gewebe- und ersten Fallstudien gezeigt. Deshalb erwartet ViroLogik für seinen therapeutischen Ansatz signifikante Marktanteile in HIV, HCV, IAV und anderen human- und tierpathogenen Viruserkrankungen. Weitere bereits validierte Angriffspunkte betreffen zelluläre Faltungsenzyme und spezifische Proteasen.
         
         
         
Abb.: Vergleich konventionelle antivirale Therapie / Hemmung zellulärer Faktoren
Vergleich konventionelle antivirale Therapie / Hemmung zellulärer Faktoren

   
Das 26S-Proteasom ist als Bestandteil des Ubiquitin-Proteasom-Systems in allen menschlichen Zellen vorhanden. Es ist ein hervorragend charakterisiertes Target, welches für onkologische Indikationen bereits klinisch und durch den Markt validiert ist: Velcade®, Bortezomib, wurde von Millennium/J&J als ein niedermolekularer Proteasominhibitor für die Behandlung des Multiplen Myeloms entwickelt. Dieses Medikament, als der erste klinisch eingesetzte Proteasominhibitor, erhielt 2006 den internationalen Prix Galien für innovative Wirkstoffe. Die physiologische Rolle des Proteasoms, nämlich der gezielte Abbau metabolischer und regulatorischer sowie fehlgefalteter Proteine, erklärt auch seine zentrale Stellung im Replikationszyklus verschiedener Viren. Seine gezielte und reversible Inhibition ist deshalb ein innovativer Therapieansatz für die Bekämpfung von a) chronischen und akuten Virusinfektionen, die b) zu Medikamentenresistenzen neigen, c) pandemische Ausbreitung haben und daher d) ein großes Marktpotential besitzen, und die e) in absehbarer Zeit weder durch Impfung noch durch konventionelle Therapie ausgerottet werden können.
   
Für Patienten mit chronischen Infektionserkrankungen wie HIV- oder HCV-Infektionen sowie mit akuten, lebensbedrohlichen Infektionen mit Influenza-A-Virus hätte der Einsatz von ViroLogiks Medikamenten gleich mehrere Vorteile, wie am Beispiel HIV/AIDS illustriert:•
  • Anders als bei konventionellen antiretroviralen Therapien (ART) besteht  eine weitaus geringere Gefahr, dass medikamentenresistente Virusvarianten auftreten.
  • Selbst mit ART austherapierte AIDS-Patienten mit multi-drug-resistenten HI-Viren lassen sich damit wieder einer Therapie zuführen.
  • Möglicherweise kann eine komplette Eliminierung des Virusreservoirs erfolgen. Dies würde die Erreichung eines virusfreien Stadiums und vollständige Ausheilung bedeuten. Im Unterschied zur klassischen ART wäre damit eine lebenslange Behandlung überflüssig.
  • Aufwändige Diagnoseverfahren zur Therapiesteuerung (zum Beispiel Feststellung von Medikamentenresistenzen) sind nicht notwendig.
  • Im Erfolgsfall wäre die Therapie im Vergleich zu ART ungleich preisgünstiger.

   
   
Geschäftsstrategie
Auf der Grundlage eines umfassenden Patentportfolios entwickelt ViroLogik neuartige Medikamente gegen HIV, HCV und IAV. Da ViroLogiks Wirkprinzip auf schnell mutierende RNA-Viren universell anwendbar ist, kann das Unternehmen mit geringem Aufwand unterschiedliche, für die Indikationen spezifische Therapieformen entwickeln, die separat verpartnert werden können. Damit kann ViroLogik die einzelnen Programme bis zu unterschiedlichen Stadien selbst entwickeln.
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